Klein und Hilflos – Gedanken zum aktuellen Weltgeschehen

Mit meinen beiden Mädels saße ich heute nachmittag auf dem Spielplatz. Sie sandelten und ich las meine Twittertimeline. Es tauchten vereinzelnde Tweets auf, dass Flüchtlinge mit Zügen nach Berlin unterwegs sind. Da war es wieder das Ohnmachtsgefühl der vergangenden Wochen. Ich sitze hier in Berlin mit meinen zwei Mädels, es geht mir gut und da kommen Menschen in Berlin nur mit der Kleidung an ihrem Körper an. Und den Erinnerungen an ihre Heimat, die sie verlassen mussten, und das eigene Leben sind ihnen geblieben. Geflüchtet vor Krieg, Gewalt und Hunger.

Ich fühle so vieles beim Lesen solcher Nachrichten. Das schlimmste Gefühl ist die Hilflosigkeit. Im Augenblick kann ich mich nicht sehr gut bei Hilfsaktionen einbringen, da meine Kinder noch von mir betreuut werden. Die Verwandschaft wohnt weit weg und die Kita-Eingewöhnung ist noch nicht abgeschlossen. Jede zweite Woche ist zusätzlich mein Mann und Auto weg. Einfach nur Geld spenden würden das Gefühl nicht mindern. Nach ein paar Recherchen, habe ich ein Projekt in meinem Kiez gefunden und habe diese Woche eine Schultüte mit Sachen gefüllt. Das Gefühl geholfen zu haben ist heute schon wieder verpufft. Die Hilflosigkeit ist wieder da. Wenn die Kinder vormittags in der Kita eingewöhnt sind, würde ich mich gerne auch körperlich bei den Hilfsaktionen einbringen. Um gegen dieses Gefühl anzukämpfen.

Ich finde, man muss aktiv werden. Aktiv gegen diese braune Sch**sse, die in allen Gesellschafts- & Bildungschichten steckt. Jede noch so kleine Hilfsaktion ist ein bunter Tropfen auf den braunen Haufen.

Ich habe Angst. Nicht vor Überfremdung. Deutschland ist ein geburtenschwaches Land. Wir brauchen Zuwanderung damit unsere Kultur und unsere Gesellschaft weiterlebt. Ich habe Angst vor dem Winter. Erst heute gab Berlin bekannt, das auch sie nun Zeltstätten aufbauen will. Was machen die vertriebenen Menschen im Winter? Solche Gedanken lassen mich nicht los.

Ganz zu schweigen, was die Menschen auf ihrer Flucht durchmachen mussten. Menschen auf Schlauchbooten auf dem Mittelmeer. Menschen mit Babys in Babytragen. Hochschwangere Frauen. Schlepper, die weinende Kinder über Bord werfen. Was muss Menschen dazu bringen in ein Schlauchboot zu steigen und auf das offene Meer hinauszufahren?!

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten sich zu engagieren. Regional. Überregional. Weltweit. Eine Möglichkeit ist die Initiative der Blogger für Flüchtlinge. Sie sammeln Spenden, zeigen Flagge und geben Informationen zum Thema Flüchtlinge. Steht auf und Handelt.

 

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