Wir werden Spießer! – Teil 01

Eine Immobilie in der heutigen Zeit zu kaufen, die allen Ansprüchen gerecht wird, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Mein Traumhaus hätte einen riesigen Garten, viele Räume und läge zentral und sollte nicht zu viel für eine vierköpfige Familie kosten. In München bekäme man für den angestrebten Preis gerade mal eine 3-Zimmer-Wohnung.

Gut, dann macht man Abstriche bei der Wunschimmobilie. Zuerst einmal wurde die Stadt ausgetauscht. Zeitweise haben wir auch nach Wohnungen mit Garten gesucht, aber versucht mal eine Wohnung mit mehr als vier Zimmer zu kaufen und dabei nicht mehr als eine Millionen auszugeben. Selbst in schon bestehenden Objekten müsste man zu viel Geld investieren, so dass es sich für uns nicht gelohnt hat.

Nach drei Jahren Suche in ganz Deutschland, haben wir nun unser Häuschen gefunden. In Düsseldorf. Mein Mann kommt aus der Stadt. Für mich ist es eine fremde Stadt. Meine früheren Wohnorte kannte ich schon etwas, bevor ich in die Städte zog. Hier ist es anders. Unbekannte Stadt. Unbekanntes Bundesland.  Da bin ich etwas aufgeregt, wie es mir dort gefallen wird. Aber wer nicht gewagt, der nicht (an Erfahrungen) gewinnt!

Aufregend ist auch die ganze Sache um den Zuschlag für das Haus zu bekommen. Banken wurden abgeklappert und immer unbekanntere Wörter drangen an mein Ohr. Nachweise wurden verlangt. Manchmal fühlte man sich wie bei Asterix und Obelix ohne Passierschein A38.

Aber wir haben es hinbekommen. Mit dem Zuschlag für das Haus mit gewünschter Himmelsausrichtung und das Okay von der Bank ging es zum Notar. Nach zwei Stunden blutiger Ohren konnten wir den Vertrag unterschreiben. Nun fühlt es sich an wie zuvor. Durch den Umstand, dass das Haus noch gebaut werden muss, müssen wir uns noch etwas gedulden bis sich das Zuhause-ankommen-Gefühl einstellt. Spießig aber fühle ich mich jetzt schon.

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