Willkommen klein_rabus

„Geht es nun los?“ Das war mein erster Gedanke als mich dienstags mitten in der Nacht die erste Wehe aus dem Schlaf riss. Die weiteren Wehen ließen mich nur noch in den Wehenabständen schlafen. Am Anfang 10 Minuten. Am Ende der Nacht konnte ich nur noch 5 Minuten zwischen den Wehen schlafen. Bei der familiären Guten-Morgen-Routine musste ich die Wehen schon leicht veratmen. Klein_minze fragte mich, ob ich Schmerzen im Rücken hätte. Auf mein Bejahen meinte sie, dass sie mal pustet. Wie wir das immer so machen, wenn ein Kind sich weh gemacht hat.

Schnell die Kinder in die Kita gebracht und während dem Kita-Aufenthalt heimlich drei Wehen veratmet. Da die Klinik in der Nähe ist, bin ich von der Kita zu Fuß dorthin. Man soll ja viel Gehen, wenn man Wehen hat… Im Krankenhaus habe ich mich mit meinem Mann getroffen, der meine Kliniktasche mitbrachte. Und dann die Ernüchterung: Fehlstart! Am CTG wurden die Wehen schwächer und schwächer. Also noch mal nach Hause. Da es doch bald losgehen konnte und wir unbedingt vermeiden wollten, dass ich nachts alleine zur Geburt musste, weil mein Mann dann auf die schlafenden Kinder aufpassen sollte, riefen wir meine Mutter an. Sie war so spontan, dass sie sich keine zwei Stunden später in den Zug setzte.

Nachmittags habe ich die Kinder von der Kita abholt und wir sind auf den Spielplatz. Man weiß ja nicht wann das wieder geht, wenn das Baby mal endlich da ist. Zum Abendessen setzten die Wehen wieder ein. Sie wurden stärker und stärker. Der Mann kam von der Arbeit nach Hause. Meine Mutter kam in Berlin an. Ich wollte unbedingt einen weiteren Fehlstart vermeiden und so blieben wir bis nach Mitternacht zuhause. Alle schliefen. Nur ich veratmete Wehe um Wehe und legte mich zwischendurch ins Bett um Kraft zu tanken. Es war ja schon die zweite schlaflose Nacht in Folge. Als sie stark genug waren und wieder in 5-Minuten-Abständen kamen, weckte ich meinen Mann. Diesmal fuhren wir mit dem Auto zur Klinik und stellten das Auto auf einen Parkplatz, auf dem man ab 7 Uhr nur noch mit Parkscheibe zwei Stunden stehen durften, zückten unsere Parkscheibe und stellten uns die Frage, ob das Baby bis zum Ablaufen der Parkzeit schon da wäre. Auf der Kreißsaal-Station wurde ich erstmal in das Vorwehenzimmer geführt und ans CTG angeschlossen. Das ich das Vorwehenzimmer erst wieder mit Kind verlassen würde, ahnte ich zu der Zeit noch nicht.

Der Ausblick vom Bett. (Warum habe ich das Foto hochkantig aufgenommen?!)

Der Ausblick vom Bett. (Warum habe ich das Foto hochkantig aufgenommen?!)

Nur 3,5 Stunden später war das Baby da. Eine zeitlich doch schnelle Geburt. Für mich hätte es ja schon nach der ersten Wehe zu Ende sein können, aber ich werde ja nicht gefragt. Eine schmerzhafte Geburt. Mimimimi. Eine schöne Geburt. Trotz der Schmerzen war die Geburt schön. Mit jeder Geburt gibt es neue Erfahrungen und neue Entdeckungen zu machen. Diesmal erlebte ich den Augenblick des Gebären (Zeitpunkt von Geburt des Kopfes bis das Kind vollständig draußen ist) sehr intensiv. Das erste Mal auch, dass eine Hebamme mich ganz betreut und nicht ein Schichtwechsel ist. Die Hebamme war super, obwohl sie mehrere Geburten gleichzeitig betreuen muss. Was ja der derzeitige Standart ist in Krankenhäusern und somit eine sehr traurige Situation ist. Mein Mann hat mich während der Wehen und bei der Geburt sehr unterstützt. Und natürlich auch meine Mutter war eine riesige Hilfe, indem sie auf die Kinder aufgepasst hat und es uns so ermöglicht hat, gemeinsam die Geburt zu erleben.

Das Bonding wurde in dem Krankenhaus sehr groß geschrieben. Erst nach einer Stunde wurde das Baby untersucht. Danach kam es wieder zu mir auf die Brust und wir kuschelten und schliefen noch eine Weile unter dem Sternenhimmel bis wir auf die Wochenbettstation verlegt wurden.

Klein_Rabus und Derrabus auf der Wochenbettstation

Derrabus und Klein_Rabus auf der Wochenbettstation

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