Wenn drei eine Reise machen

Den ersten Tag aus dem Urlaub zurück, die Wäscheberge türmen sich noch höher als sonst, wollte ich über das Reisen mit Kindern schreiben. Ich werde daraus wahrscheinlich eine Reihe von Blogeinträgen machen, sonst wird das eher ein Roman.
Im ersten Teil berichte ich euch von unserer Hochzeitsreise nach Mauritius mit klein_minze, die zu dem Zeitpunkt acht Monate alt war.

Kurz nach der Geburt war klar, dass wir gerne nach der Hochzeit eine längere Reise machen wollten. Zuerst hatten wir als Reiseziel „europäisches Ausland“. Doch nach dem ersten Besuch im Reisebüro hatte uns das Fernweh gepackt. Was nun?
Das was man mit Säugling immer zuerst macht (machen sollte): den Rat der Hebamme eingeholt. In diesem Fall, die Hebamme bei der ich schon den Geburtsvorbereitungskurs absolvierte und zu dem Zeitpunkt ein Babymassagekurs machte.

„Wenn ihr jetzt noch was vorhabt (in meinem Fall das Reisen), dann macht es im ersten Lebensjahr des ersten Babys. Danach wird es immer schwieriger.“

Okay, die Aussage ermutigt einen. Trotzdem haben wir nochmal mit dem Kinderarzt gesprochen. Auch dieser hatte keine Bedenken. Im Gegenteil, als es konkreter wurde, stellte er uns eine Reiseapotheke (Mittel gegen Fieber, Durchfall und Erbrechen sowie Augentropfen) zusammen und meinte, dass das Land, welches wir uns ausgesucht hatten, eine hervorragende Kinderklinik hat.

Das fachliche Okay hatten wir. Nur aus dem persönlichen Umkreis kamen Bedenken. Der lange Flug. Die klimatischen Bedingungen. Das Essen. Und viele mehr.

Für den langen Flug haben wir ein Babybett bei der Fluglinie reserviert. Das wird nach dem Steigflug in die vordere Bordwand gehängt. Das Kind kann dann in dem Bettchen sitzen oder schlafen. Vorausgesetzt es sind keine Turbulenzen auf dem Flug und das Kind wiegt (je nach Airline) höchstens acht bis 11 Kilo.

Wir sind mit Emirates geflogen. Eine äusserst kinderfreundliche Airline. So viele Babys habe ich noch nie auf einem Flug gesehen. Es gab Babybrei, den man sich erwärmen lassen konnte. Und eine kleine Tasche mit Feuchttücher, Bodylotion, Lätzchen, Löffel und Klapperspielzeug. Dazu noch ein Belt-Friend mit Decke zum Einkuscheln beim Schlafen. Die Decken benutzen wir heute noch im Kinderwagen oder wenn klein_minze sämtliche Kuscheltiere zudecken möchte.
Auch die Gepäckbestimmungen sind mit Baby sehr großzügig. Wir hatten zwei Koffer (ich glaube wir hätten 60 kg aufgeteilt auf drei Gepäckstücke mitnehmen können, leider konnte mein Mann nicht so viel tragen.), ein Buggy und einen Maxi Cosi, den wir extra für Transfer und Tagestouren mitgenommen haben.

Die Belt-Friends mit den Decken

Die Belt-Friends mit den Decken

Umgestiegen sind wir immer am Flughafen in Dubai. Dort gab es für den Flughafenbereich extra Buggys mit denen man die Kinder vom Gate zum Kofferband oder zum nächsten Gate transportieren konnte. Welch Luxus. Den es an jedem Flughafen geben sollte. Man darf nämlich den Buggy mit zum Gate nehmen, aber nach dem Flug darf man mit Kind und Handgepäck sich zum Gepäckband durchkämpfen und dort den Buggy in Empfang nehmen.

Auf dem Hinflug haben wir einen eintägigen Zwischenstopp in Dubai gemacht, weil wenn nicht jetzt wann dann. Wir kannten beide Dubai noch nicht und ein Tag reicht vollkommen aus um für uns alles wichtige zu sehen.
Nach dem wir gelandet waren und im Hotel eingecheckt hatten, ging es gleich weiter mit den öffentlichen Verkehrsmittel. So dachten wir uns das zumindestens. Es gab keinen Fußgängerweg für den Buggy und auch den Zugang zur Station mussten wir etwas suchen. Dubai ist einfach nicht für Fußgänger ausgelegt. Selbst Bushaltestellen werden dort klimatisiert. Wir haben uns tagsüber zwei Malls angeschaut, da man es bei 40 Grad Außentemperatur fast nicht draußen ausgehalten hat. Ale es abends kühler wurde, haben wir mit einem Guide und Taxi die Stadt erkundet. Klein_minze schlief dabei im Maxi Cosi.
Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Taxi wieder zum Flughafen und weiter nach Mauritius. In Dubai hatte ich Sorgen, dass klein_minze sind durch den Wechsel von hohen Außentemperaturen und kalten Klimaanlagen eine Erkältung holt. Doch diese Befürchtung blieb aus. Wir haben sehr darauf geachtet, dass sie dünne langärmige Sachen trägt und nicht verschwitzt von Draußen nach Drinnen wechselt.

Haifoto

In einer Shopping Mall in Dubai

Der Transfer in Mauritius erfolgte wieder im Taxi. Dass wir das Baby zwischendurch wickeln mussten, nahm der Taxifahrer und mehrfacher Papa wie er uns versicherte, gelassen hin.
Wir haben uns für ein kleines Hotel entschieden und die Entscheidung war goldrichtig. Das Personal war sehr kinderfreundlich. Zur Ausstattung gehörte nicht nur ein Wasserkocher und Babybett, sondern auch eine kleine Badewanne. Sowas hatten wir in sonst keinem anderen Hotel mehr. Wir wurden gefragt, ob der Koch für die Kleine einen Brei kochen soll und aus welchen Zutaten dieser sein sollte. Wir waren im Babyhotelhimmel. Die Hebamme hat mir geraten, Babybrei und Trinkwasser, das für Babynahrung geeignet sei mitzunehmen. Es war zwar gut, um für alle Fälle abgesichert zu sein, aber gebraucht hätte es nicht. Bei einem Besuch im Supermarkt haben wir auch viele Babyprodukte „Made in Germany“ gefunden.

Sonnenuntergang

Kuscheln in der untergehenden Sonne

Da wir im September nach Mauritius geflogen sind, hatten wir angenehme 25 Grad und das Wasser war warm genug um mit Baby plantschen zu gehen. Am Strand gab es sogar eine Stelle, an der klein_minze im Schatten ins Wasser konnte.

Ausflüge haben wir auch gemacht. Wir haben meist den Buggy im Hotel gelassen und haben unsere Babytrage mitgenommen. So kann man sich gut in Menschenmengen zum Beispiel auf einem Markt oder im Straßenverkehr mit riesigen Bordsteinkanten gut bewegen.

Im Urlaub hatten wir eine Zeitverschiebung um zwei Stunden. Das hieß wir konnten einigermaßen lang schlafen und waren die ersten beim Abendbuffet, weil das Baby um 21 Uhr dann doch schlafen wollte. Ihre normale Bettzeit war 19 Uhr in Deutschland. Das hat auch meist gut funktioniert. Und als sie doch mal früher schlafen wollte, gab es Room Service. Das heißt ich habe das Kind ins Bett gebracht, während mein Mann Essen am Buffet ausgesucht hat, das uns dann auf das Zimmer geliefert wurde. Das haben wir dann auf dem Balkon zu uns genommen mit Blick auf den indischen Ozean. Ich denke immer noch gerne an die Stunden zurück.

Strand

Ausblick vom Hotelzimmer

Tipps zum Reisen mit Baby findet ihr hier.

 

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